Erbfall in England: Was bedeutet Nachlassspaltung?

Stirbt ein deutscher Staatsbürger, dem entweder Grundstücke in England gehörten oder der seinen Hauptwohnsitz in England hatte, tritt im Erbfall eine sogenannte “Nachlassspaltung” ein. Das heißt: Sein deutsches Vermögen wird nach deutschem Erbrecht vererbt, das englische Vermögen nach englischem Recht (Immobilien sowieso immer, dann aber auch Guthaben bei englischen Banken, Forderungen gegenüber Versicherungen etc) . Deutsche letztwillige Verfügungen können in England unwirksam sein und umgekehrt. Im Klartext: Es wird kompliziert und für die Anwälte haftungsträchtig, zumal die anwaltliche Berufshaftpflichtversicherung eine Beratung im ausländischen Recht nicht sicher abdeckt. Immobilienbesitz in England stellt daher alle Beteiligten im Todesfall oft vor Herausforderungen, mit denen man zu Lebzeiten des Erblassers nicht gerechnet hatte (Informationen zu Übertragung von Immobilien in England hier).

Die Systematik des Erbrechts ist in Deutschland und England sehr unterschiedlich:

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