In England 2018 erstmals mehr Anwältinnen als Anwälte

Die “Law Society of England & Wales” (Schottland hat seine eigene Law Society) weist darauf hin, dass laut Statistikauswertung für das Jahr 2017 in England und Wales zum ersten Mal mehr weibliche Solicitors als männliche Kollegen zugelassen sind, nämlich 50,1%. Insgesamt sind in England und Wales 139,624 Solicitors als “PC holder” registriert, d.h. sie besitzen ein sog. “practising certificate”, 2,5% mehr als noch 2016. Übrigens: Sowohl das Practising Certificate (Anwaltszulassung) wie auch die anwaltliche Berufshaftpflichtversicherung (Professional Indemnity Insurance) müssen in England jedes Jahr aktiv durch Antrag des Anwalts verlängert werden. Für deutsche Rechtsanwälte eine seltsame Vorstellung.

Weitere Informationen zum Thema Anwälte im Vereinigten Königreich hier:

Solicitors, Barristers und Solicitor Advocates – wer darf eigentlich was?

… und auf den englischsprachigen Wikipedia-Websites Solicitors, Baristers in England and Wales, Barristers (around the world) und Solicitor Advocates sowie auf den Portalen der Standesorganisationen The Law Society und The Bar Council.

Solicitors, Barristers und Solicitor Advocates – wer darf eigentlich was?

Wer im Vereingten Königreich Rechtsrat oder anwaltlichen Beistand in einem Gerichtsverfahren braucht, steht einer verwirrenden Anzahl verschiedener Kategorien von Anwaltsberufen gegenüber. Neben der traditionellen Unterscheidung zwischen Solicitors und Barristers gibt es seit 1990 nun auch noch Solicitor Advocates. Die Einzelheiten sind recht unübersichtlich, zumal sich die Berufsbilder in den letzten zwei Jahrzehnten in starkem Wandel befinden, veraltete Beschränkungen aufgehoben werden und obrigkeitliche Symbole fallen. Die weitgehende Abschaffung der Perücke aus – übrigens schrecklich juckendem – Pferdehaar (hier) ist nur ein Beispiel für die kontinuierliche Modernisierung, die sogar im traditionsbewussten Großbritannien stattfindet. Die Gründe: Zum einen der Einfluss der EU-Dienstleistungsrichtlinien, zum anderen – und wohl wichtiger – die Haltung heutiger Klienten, die auch von Anwälten effiziente Dienstleistung erwarten, kein Perückenschauspiel aus einem Miss Marple Film.

Aber zurück zum Ursprung: Warum gibt es in Common Law Staaten diese Trennung?

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