“Das USA-Erbrecht kennt keinen Pflichtteilsanspruch?” – Blödsinn!

Auch im Common Law ist der Rechtsgedanke Pflichtteilsanspruch nicht unbekannt

Die meisten deutschen und kontinental-europäischen Juristen meinen, dass das Konzept einer zwingenden Mindestbeteiligung am Nachlass des Ehegatten oder der Eltern eine Idee nur des deutschen bzw. französischen Rechts sei, das in anglo-amerikanischen Jurisdiktionen unbekannt sei und dort nur Kopfschütteln auslösen würde.

Weit gefehlt! Auch in etlich US-Bundesstaaten existiert ein Rechtsanspruch, der dem deutschen Pflichtteil bzw. dem französischen Zwangserbteil sehr ähnlich ist. Meist heißt dieser Anspruch “elective share” oder “augmented share” und gibt dem (enterbten) Ehegatten des US-amerikanischen Erblassers ein Wahlrecht: entweder das Testament akzeptieren oder den im jeweiligen Bundesstaat festgelegten Mindesterbteil (elevtive share) verlangen.

Für die Kinder sieht es in US-amerikanischen ERbrecht allerdings deutlich schlechter aus als in Deutschland. Mit Ausnahme einiger vom französischen Zivilrecht geprägten (südlichen) Bundesstaaten der USA existiert dieser Pflichtteilsanspruch meist nur für den Ehegatten.

In Großbritannien läuft es wiederum ganz anders: Das englische recht kennt zwar auch eine Art Pflichtteilsanspruch (family provision), dieser hängt aber sowohl von der Bedürftigkeit des Anspruchstellers als auch vom Verhalten des Erblassers zu Lebzeiten ab. Die Quote des britischen Pflichtteilsanspruchs ist also nicht fix, sondern wird vom englischen Bachlassrichter nach den Umständen des konkreten Falles festgelegt.

Die von vielen deutschen Erbrechtsanwälten empfohlene Vermeidung des deutschen Pflichtteilsanspruchs durch Flucht ins (anglo-amerikanische) Ausland funktioniert daher nicht immer, sondern kann sogar ins Gegenteil umschlagen.

Weitere Infos zum internationalen Erbrecht und zur Erbschaftsteuer in Deutschland, UK, USA und anderen Ländern:

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Die 2003 gegründete Kanzlei Graf & Partner ist mit ihrer englischspachigen Prozessabteilung (GP Chambers) auf grenzüberschreitende Rechtsfälle spezialisiert, insbesondere auf deutsch-britische und deutsch-amerikanische Wirtschaftsstreitigkeiten, Scheidungen und internationale Erbfälle. Falls Sie bei einer anglo-amerikanischen Rechtsangelegenheit sowie in Erbschaftsteuerfragen Unterstützung benötigen, stehen Ihnen die Anwälte der Kanzlei Graf & Partner mit ihrem internationalen Netzwerk in Europa sowie im außereuropäischen englischsprachigen Rechtsraum gerne zur Verfügung. In UK, Kanada sowie den meisten großen US-Bundesstaaten verfügen wir über gute persönliche Kontakte zu Attorneys-at-Law in mittelgroßen Kanzleien.

Die Erbtante in USA – es gibt sie doch!

Wenn der Mandant frägt: Was wissen Sie eigentlich über das Erbrecht des US-Bundesstaates Kansas?

Statistisch gesehen handelt es sich bei Nachrichten über eine Erbschaft aus England oder USA mit großer Wahrscheinlichkeit um Betrugsversuche. Wir haben in diesem Blog schon mehrfach gezeigt, wie man diese Betrüger entlarvt (siehe die Links am Ende des Beitrags).

In diesem Post hier sollen aber diejenigen Fälle Thema sein, in denen tatsächlich ein in den USA lebender Verwandter oder Freund verstorben ist, von dem man etwas geerbt hat, entweder weil man im amerikanischen Testament bedacht wurde oder weil der Verwandte ohne Testament verstorben ist und man deshalb gesetzlicher (Mit-)Erbe wurde. Wobei der Begriff “Erbe” im anglo-amerikanischen Erbrecht stets mit Vorsicht zu genießen ist, weil es dort in der Regel gerade keinen Direkterwerb des Nachlasses gibt. Vielmehr muss ein Executor oder Administrator den Nachlass in Besitz nehmen, die Verbindlichkeiten begleichen und den Nachlass dann aktiv übertragen (mehr dazu  hier).

Vergleichsweise unproblematisch sind solche deutsch-amerikanischen Erbfälle, wenn der in USA verstorbene Erblasser ein wirksames US-Testament hinterlassen hat, in dem ein Executor vor Ort bestimmt ist, der sich um die Nachlassabwicklung kümmern soll. Dieser Executor in USA wird sich dann mit dem deutschen Begünstigten (Miterbe oder Vermächtnisnehmer) in Verbindung setzen und zu gegebener Zeit das Vermögen transferieren. Dies erfolgt je nach Fallkonstellation mit oder ohne Abzug von Erbschaftssteuern in den USA, abhängig von den Anordnungen im Testament, der Art des Vermögens und dem jeweiligen US Bundesstaat, in dem sich der Erblasser bzw. das Nachlassvermögen befand (als ersten Einstieg zur US Estate Tax siehe hier).

Verstarb der Erblasser in den USA ohne wirksames Testament, greift also die gesetzliche Erbfolge, wird es mühsam. Insbesondere, wenn der Verstorbene bereits alt, unverheiratet und kinderlos war, eben die typische Erbtante oder der typische Erbonkel. Denn dann gibt es in der Regel viele Nichten, Neffen, Großnichten und Großneffen und so weiter, die alle mit kleinen Anteilen am Nachlass (Estate) beteiligt sind. Sechzehntelanteile oder noch kleinere Splitterbeteiligungen an den US-Erbschaft sind dann keine Seltenheit. Übrigens: Die Terminologie bei Verwandtschaftsverhältnissen ist verwirrend, da die deutsche und englische Sprache verschiedene Begriffe verwenden: deutsche Neffen sind im englischen nicht immer nephews  (siehe hier).

Der Verwaltungsaufwand ist dann oft höher als der Wert der Beteiligung am Nachlassvermögen, denn nicht alle Erbtanten und Erbonkel sind reich. Kosten von mehreren hundert Euro nur für die Korrespondenz laufen schnell auf: Es müssen in solchen Fällen ja viele Erklärungen vor einem Notar abgebenen und sogar mit Apostille versehen werden, Originalurkunden müssen übersetzt und dann mit teurem Kurierdienst nach USA geschickt werden.

Einfache Lösung: Verzicht gegen Abfindung (Disclaimer of Interest)

Wie scheidet man als deutscher “Miterbe” (besser Mitbegünstigte) eines US-amerikanischen Nachlassfalls (in Wahrheit ist es keine Miterbengemeinschaft nach deutschen Verständnis) also möglichst unbürokratisch und schnell aus der “Erbengemeinschaft” aus?

Das Erbrecht der meisten US-Bundesstaaten bietet hierfür die Möglichkeit einer Art Verzichtserklärung (Disclaimer of Interest in Property), die der “Miterbe” unterzeichnet und damit seinen Anteil (Interest) am Nachlass auf eine andere Person überträgt. Dies erfolgt in der Regel gegen Zahlung eines bestimmten Abfindungsbetrags (for value received).

Ein Beispiel aus dem US-Bundesstaat Kansas: Dort regelt Chapter 59 (Probate Code) der Kansas Statutes in den Sections 2291 et seq.

59-2291. Disclaimer of interest in property; persons authorized; disclaimer instrument, contents, validity. (a) A person or the personal representative of a person may disclaim in whole, in part or in an undivided part any real or personal property, or any interest therein or power thereover, passing upon death of another to such person as: (1) Heir; (2) next of kin; (3) devisee; (4) legatee; (5) a person succeeding to a disclaimed interest; (6) beneficiary under a testamentary instrument; (7) beneficiary under an insurance policy; (8) joint owner with a right of survivorship in real or personal property, to the extent the survivor may take more than the survivor’s equitable portion of the property; (9) a person named to take on the death of the other person; (10) donee of a power of appointment; (11) beneficiary under the terms of an inter vivos trust; or (12) a person designated to take pursuant to a power of appointment exercised by or under a testamentary instrument.

(b) Disclaimer pursuant to this act shall be made by filing a written instrument and giving notice thereof in the manner hereinafter provided. The instrument shall: (1) Describe the property, interest or power subject to the disclaimer, (2) contain a declaration of disclaimer and the extent thereof and (3) be signed and acknowledged by the disclaimant.

(c) Notwithstanding the provisions of subsections (a) and (b), a disclaimer shall only be valid to the extent that it does not conflict with K.S.A. 39-709 and amendments thereto.

Alles klar? Nun, so tragisch ist es in der Praxis auch wieder nicht. Wer aus der Gemeinschaft der Begünstigten des US-Erbfalls ausscheiden will, unterzeichnet vor einem Notar oder Konsularbeamten ein solches Formular hier.

Damit ist er dann nicht mehr am Nachlassverfahren in USA beteiligt, muss also vom Administrator und vom amerikanischen Probate Court nicht mehr wegen jeder Verfügung angeschrieben und informiert werden. Andererseits erhält er dann aber auch keine Informationen mehr, etwa falls der Nachlass doch größer ist als zunächst gedacht.

Verwirrend ist, selbst für Rechtsanwälte, die regelmäßig im internationalen Erbrecht tätig sind, dass die Fachbegriffe des englischen Erbrechts sich erheblich von denen des US-amerikanischen Erbrechts unterscheiden. Ja selbst von US-Bundesstaat zu US-Bundesstaat können die Rechtsbegriffe des Erbrechts und des Erbscheinsverfahrens abweichen. Nachlass heißt in Großbritannien zum Beispiel “Estate”, in Kansas und vielen anderen US-Bundesstaaten dagegen “Property”. Property wiederum steht in UK für Immobilienbesitz, der in USA meist mit “real estate” übersetzt wird. Während ein “gesetzlicher Erbe” in Großbritannien noch am besten mit “beneficiary according to intestate rules” übersetzt werden kann (einen “Erben” im deutschen Rechtssinn gibt es dort ja nicht), so heißt er in Kansas und vielen anderen Bundesstaaten “heir at law”. Klingt für einen deutschen Erbrechtsanwalt sehr nach einem Erben deutscher Prägung. Ist er aber trotz des Begriffes “heir” gerade nicht: In den meisten US-Bundesstaaten haben die heirs at law kein direktes Zugriffsrecht, es muss vielmehr trotzdem ein Administrator vom US Probate Court (das in England Probate Registry heißt) ernannt werden, der die Abwicklung des Estate vornimmt.

Es ist daher einigermaßen mutig, wenn sich mancher deutsche Anwalt als Spezialist für Legal English bezeichnet (mehr dazu hier). Unsere Kanzlei spezialisiert sich seit 2003 auf deutsch-britische und deutsch-amerikanische Erbfälle und Nachlassabwicklungen. Dennoch stoßen wir in manchen Gegenden Amerikas immer wieder auf neue und leicht abweichende Fachbegriffe des Erbrechts.

Weitere allgemeine Informationen zum Thema Erbrecht in den USA und in Großbritannien:

Weitere Informationen zum Thema Betrug im Kontext mit Anwälten, insbesondere auch zur verwandten Betrugsmasche angeblicher Erbfall im Ausland:

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gp_anz_mav_very_british_new_phoneDie 2003 gegründete Kanzlei Graf & Partner ist mit ihrer Abteilung für britisch-deutsche Prozessführung (GP Chambers) auf grenzüberschreitende Rechtsfälle spezialisiert, insbesondere auf deutsch-britische sowie deutsch-amerikanische Wirtschaftsstreitigkeiten, Scheidungen und Erbfälle. Falls Sie bei einer britisch-deutschen Rechtsangelegenheit Unterstützung benötigen, stehen Ihnen die deutschen Anwälte und Solicitors der Kanzlei Graf & Partner sowie die englischen Solicitors der Kanzlei Lyndales gerne zur Verfügung. Ihr Ansprechpartner in Deutschland ist Bernhard Schmeilzl, Rechtsanwalt & Master of Laws (Leicester, England), Telefon +49 (0) 941 – 463 7070.

Erbe im Ausland: Erbschein allein genügt nicht

Wann benötigen die Erben eine steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung und wie sieht ein solches “Tax Clearance Certificate” aus?

In anglo-amerikanischen Rechtsordnungen sind die Erben (Beneficiaries) und Testamentsvollstrecker (Executors oder Administrators) gewohnt, dass der dortige Erbschein (präziser: das Nachlasszeugnis) vom Nachlassgericht (Probate Court oder Probate Registry) überhaupt erst erteilt wird, nachdem das britische oder amerikanische Finanzamt hierfür grünes Licht gegeben hat.

Im deutschen Erbrecht ist die Erteilung des Erbscheins prinzipiell unabhängig von der Erbschaftsteuer, auch wenn das Nachlassgericht in der Regel ein Nachlassverzeichnis  verlangt (Fragebogen) und eine Kopie dieses (vereinfachten) Nachlassverzeichnisses an das örtlich zuständige Finanzamt übermittelt, sozusagen als Vorankündigung. Dennoch kann in Deutschland der Erbschein erteilt werden, auch wenn die Erbschaftsteuer noch nicht bezahlt ist, ja selbst wenn die Erbschaftsteuererklärung noch gar nicht abgegeben wurde.

In internationalen Erbfällen nutzt diese den im Ausland lebenden Erben oder Executors aber nicht viel. Denn Banken, Versicherungen und sonstige Finanzinstitute in Deutschland dürfen Bankguthaben, Lebensversicherungen und Depoterlöse gemäß § 20 Abs. 6 Erbschaftssteuergesetz erst ins Ausland überwiesen werden, nachdem der Erbe (oder Executor) der Bank die Unbedenklichkeitsbescheinigung (Tax Clearance Certificate) des deutschen Finanzamts vorlegen kann. Wohlgemerkt auch in Fällen, in denen gar keine deutsche Erbschaftsteuer anfällt.

So sieht eine solche steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung in der Praxis aus, sehr nüchtern und unscheinbar – im Gegensatz zu den farbigen Fantasieurkunde, die von Internet-Betrügern oft vorgelegt werden.

Faktisch ist es daher auch in Deutschland so wie in England und den meisten USA-Bundesstaaten: Der Erbe bzw. der Testamentsvollstrecker muss so schnell wie möglich die deutschen Steuererklärungen abgeben und sich mit dem Finanzamt auseinandersetzen, damit das deutsche Nachlassvermögen von den deutschen Finanzinstituten freigegeben wird und nach Großbritannien oder USA transferiert werden kann.

Das Thema internationale Erbschaftsteuer löst in deutsch-britischen und deutsch-amerikanischen Erbfällen oft Entsetzen aus, vor allem im Hinblick auf die satte britische Erbschaftsteuer von 40%. Vor allem die Fragen der gegenseitige Anrechnung von im Ausland gezahlter Erbschaftsteuern ist hoch kompliziert. Wer hier teure Fehler vermeiden will, sollte frühzeitig Rechtsanwälte und Steuerberater einschalten, die auf deutsch-britische und deutsch-amerikanische Erbfälle, Nachlassabwicklung und internationale Erbschaftsteuer spezialisiert sind.

Hier finden Sie weitere Infos zu Erbrecht, internationale Nachlassabwicklung und Erbschaftsteuer in Deutschland, UK, USA und anderen Ländern:

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Muster für einfache Testamente in England und USA

Wer Vermögen im Ausland besitzt, das er langfristig im Familienbesitz halten und auch noch nicht zu Lebzeiten an die nächste Generation übertragen möchte, sollte darüber nachdenken, ob seine Erben im Ernstfall auch schnell und kostengünstig Zugriff auf dieses Auslandsvermögen erlangen können.

Ein deutsches Testament wird zwar prinzipiell auch im Ausland anerkannt, innerhalb der EU ohnehin, aber auch in Großbritannien, USA und den meisten anderen Ländern. Aber, das deutsche Testament muss übersetzt, ausgelegt und unter Umständen von einem teuren Rechtssachverständigen inhaltlich bewertet werden, denn die Erben müssen (außerhalb des Geltungsbereichs der EU Erbrechtsverordnung) ein ausländisches Nachlasszeugnis beantragen. Das kostet mindestens 1.000 Euro und in vielen Fällen ganz erheblich mehr.

Es ist daher eine Überlegung wert, ob der Erblasser für diese Länder nicht besser ein separates Testament erstellen sollte. In der Landessprache und nach den dortigen Regeln (die formellen Anforderungen an Testamente in England und Schottland sind hier erklärt). Mit einem solchen “nationalen Testament” können die Erben sofort und unproblematisch das Nachlasszeugnis beantragen, ohne sich mit Übersetzungen, Rechtsgutachten, Beglaubigungen und Apostillen herumschlagen zu müssen.

Allerdings wirft eine solche internationale Nachlassregelung mit mehreren separaten Testament wieder andere Fragen auf und kann unter Umständen zuhause in Deutschland einen erhöhten Aufwand für die Erben mit sich bringen. Hier muss man die Vor- und Nachteile abwägen.

Wer sich dafür entscheidet, ein separates Testament für seinen Auslandsbesitz in England oder USA zu erstellen, sollte sein “Last Will and Testament” nicht selbst entwerfen, da Testamente in anglo-amerikanischen Ländern nach völlig anderen Prinzipien “gestrickt” sind als man das aus Deutschland kennt. Im Vordergrund steht hier der zwingend nötige “Personal Representative”, ein Nachlassverwalter, der alle Fäden in der Hand hat. Wem die Erbmasse tatsächlich wirtschaftlich gesehen erhält, geht aus einem englischen oder US-amerikanischen Testament erst in zweiter Linien hervor. Deshalb sind deutsche Testamente für einen englischen oder amerikanischen Erbrechtsanwalt oder Nachlassrichter ja auch so schwer verständlich und müssen oft mühsam ausgelegt werden.

Hier als Beispiel das Grundgerüst für ein sehr einfach gehaltenes englisches Testament:

LAST WILL AND TESTAMENT

THIS WILL is made by me Mr John Doe of …

1. Revocation:

I revoke all earlier Wills and testamentary dispositions.

2. Appointment of Executors:

I appoint … to be the Executor and Trustee of this my Will.

3. Definition of My Estate

In my Will where the context so admits “my Estate” shall mean;

3.1       All my property of every kind wherever situate.

3.2       All my property of every kind wherever situate over which I have a general power of appointment.

3.3       The money investments and property from time to time representing all such property.

4.  Administration of My Estate

My Executor and Trustee shall hold my Estate upon trust to retain postpone or sell it and will:

4.1       Pay any debts funeral and testamentary expenses.

4.2       Deal with my Residuary Estate as I now direct.

5. Gifts of Residue

Subject as above my Executor and Trustees shall hold my Residuary Estate as follows:

5.1       As to a xx % share of residue to such of … and … of … as shall survive me and if more than one in equal shares absolutely.

5.2       As to a xx % share of residue to … of … absolutely.

5.3       If under this clause any share fails such share shall return to my Residuary Estate and be distributed to the other beneficiaries pro rata according to their shares.

6. Standard Provisions

The Standard Provisions of the Society of Trust and Estate Practitioners (1st Edition) shall apply with the deletion of paragraph 5 section 11 Trust of Land and Appointment of Trustees Act 1996 (consultation with beneficiaries) shall not apply.

Attestation

Dated this ….

SIGNED by the above named

JOHN DOE as and

for his last Will in our presence and

then by us in his

Signature of first Witness

Signature of second Witness

In der Praxis sind die von englischen Solicitors oder amerikanischen Attorneys-at-Law professionell erstellten Testamente erheblich länger und ausführlicher, da in England und USA bekanntlich kein kodifiziertes Zivilrecht existiert, also kein BGB in dem man schnell nachblättern kann, was bei Unklarheiten gilt. Deshalb wird in englischsprachigen Testamenten (wie auch in anglo-amerikanischen Vertragswerken) sehr vieles im Dokument selbst definiert, um späteren Streit vorzubeugen. Zudem errichten englische und amerikanische Testamente häufig Trusts, einerseits aus steuerlichen Gründen, zum anderen aber auch, weil des anglo-amerikanische Recht keine Vor- und Nacherbeinsetzung kennt und zulässt. Um die Ziele zu erreichen, für die ein deutscher Erbrechtsanwalt eine Vor- und Nacherbenregelung (oder Voll- und Schlusserbenklausel) verwendet, nutzen Testamentsprofis in UK und USA sogenannte Testamentary Trusts.

Warum muss zwingend ein Executor benannt werden?

Im Zentrum eines UK oder US Testaments steht also die Bestimmung, wer Executor sein soll. Erst die harmlos aussehende Ziffer 5 “Gifts of Residue” ordnet an, wer das Erbe nach Abzug aller Nachlassverbindlichkeiten und Steuern eigentlich erhält. Deutsche Testament bestellen wegen des hier herrschenden Prinzip des Direkterwerbs in der Regel keinen Testamentsvollstrecker. Deshalb wird einem englischen oder amerikanischen Nachlassrichter bei Lektüre eines deutschen Testaments auch nicht klar, wer denn nun die Funktion des Excecutors übernehmen soll. Diese Aufgabe hat es allerdings durchaus in sich und ist riskant. Da in anglo-amerikanischen Rechtsordnungen die Erben nicht für Nachlassverbindlichkeiten haften ist es umso wichtiger, dass der Nachlass (die Erbmasse) erst an die Begünstigten verteilt wird, nachdem alle Verbindlichkeiten des Erblassers sowie die Erbschaftssteuern beglichen sind. Wer hier als Executor nicht aufpasst und das Geld vorschnell auskehrt, haftet für später auftauchende Nachlassschulden persönlich. Wie man sich gegen eine solche persönliche Haftung als Testamentsvollstrecker absichert, ist hier erläutert.

Um einen Executor für die Nachlassabwicklung kommt man in diesen Common Law Ländern nicht herum. Es sollte aber jemand für diese Aufgabe gewählt werden, der mit den ausländischen Behörden und Gläubigern auch umgehen kann. Deshalb empfehlen wir Erblassern mit Auslandsvermögen in jedem Fall, auch wenn sie kein separates englisches Testament erstellen wollen, dann wenigstens in ihr deutsches Testament unbedingt eine kurze Klausel aufzunehmen, wer im Ausland als Executor agieren soll.

Zum Abschluss noch folgende praktisch sehr wichtige Hinweise: Als Zeuge des Testaments darf niemand agieren, der selbst im Testament begünstigt wird. Und wenn der Testamentserstellen (Tesator) später heiratet oder sich scheiden lässt, so wird ein englisches oder amerikanisches Testament in der Regel automatisch ungültig.

Hier finden Sie weitere Infos zu Erbrecht, Nachlassabwicklung und Erbschaftsteuer in Deutschland, UK, USA und anderen Ländern:

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Ihr Ansprechpartner in Deutschland ist Bernhard Schmeilzl, Rechtsanwalt & Master of Laws (Leicester, England), Telefon +49 (0) 941 – 463 7070.

Erbfälle mit Vermögen im Ausland

Manche Erblasser waren zu Lebzeiten international aufgestellt: Finca in Spanien, Bankkonten in Österreich und Italien, Firmenbeteiligung in England und Aktiendepot in USA. Bleibt nach Erbschaftssteuern, Anwalts-, Steuerberater- und Übersetzerkosten überhaupt noch etwas für die Erben übrig?

Hatte der Verstorbene Vermögen im Ausland, gibt es für die Erben viel zu tun und es stellen sich etliche komplizierte Fragen. Nur einige Beispiele: Gilt der deutsche Erbschein auch im Ausland oder braucht man pro Land einen separaten Erbschein? Ist es sinnvoll, ein europäisches Nachlasszeugnis zu beantragen oder sollte man lieber in jedem Land einen “richtigen” nationalen Erbschein beantragen, etwa weil das EU Nachlasszeugnis zeitlich zu eng befristet ist? Müssen die ausländischen Vermögenswerte (Bankkonten, Immobilien, Aktien, Firmenbeteiligungen etc) in der deutschen Erbschaftsteuererklärung angegeben werden? Muss die im Ausland belegene Erbmasse dort versteuert werden und wenn ja, muss ich dann doppelt Steuern zahlen? Können enterbte Pflichtteilsberechtigte ihren Pflichtteil auch aus dem im Ausland liegenden Vermögen verlangen oder nur aus der deutschen Erbmasse?

Besonders dramatisch wird es, wenn der Erblasser kein Testament erstellt hat oder sein Testament nur in einigen Ländern gilt. Englische Solicitors und US-amerikanische Erbrechtsanwälte beschränken den Geltungsbereich des Testaments in der Regel auf das inländische Vermögen. Eine Standard-Testamentsklausel im anglo-amerikanischen Rechtsraum ist “…this Will shall apply to my UK Estate…”. In allen anderen Ländern gilt dann gesetzliche Erbfolge. Aber welche? Die Erbfolge nach deutschem Recht, weil der Verstorbene deutscher Staatsbürger war oder die englische, weil er in London ein Apartment hatte oder die nach kalifornischem, texanischem oder südafrikanischem Recht, wenn er dort Immobilien besaß? Das kann erhebliche Unterschiede bei der Verteilung der Erbmasse bewirken. In England steht der überlebende Ehegatte zum Beispiel erheblich besser als nach deutschem Erbrecht. Einige Kilometer nördlich in Schottland ist es schon wieder anders.

Fazit: Ein deutscher Anwalt, selbst wenn er sich auf internationales Erbrecht spezialisiert hat, wird in den meisten Fällen die Unterstützung ausländischer Spezialisten benötigen, schon weil ausländische Banken, Behörden und Nachlassgerichte in der Regel schneller reagieren, wenn sich ein nationaler Anwalt einschaltet.

Wie finde ich im Ausland eine Anwaltskanzlei und/oder einen Steuerberater, der deutsch oder wenigstens englisch spricht, im Idealfall mit internationalen Erbfällen bereits Erfahrung hat und die Basics des deutschen Erbschaftsteuerrechts kennt? Wer koordiniert das alles?

Nun, diese Fragen können nicht einmal Ansatzweise in einem Blog abgehandelt werden. Das Praxishandbuch “Erbrecht in Europa” hat 1.500 eng bedruckte Seiten. Und das deckt nur Europa ab. Falls der Erblasser Vermögen außerhalb Europas hatte, wird es nochmal komplizierter.

Die Kanzlei Graf & Partner hat sich auf die Beratung bei deutschen Erbfällen mit Bezug zu anglo-amerikanischen Jurisdiktionen (UK, USA, Kanada, Australien und Südafrika) spezialisiert, also speziell die Abwicklung deutsch-britischer, deutsch-amerikanischer und und deutsch-kanadischer Erbfälle.

England? Kein Problem, das machen wir selbst

In Großbritannien werden wir selbst tätig, wickeln die britischen Nachlassvermögen ab und kümmern uns auch um die englische Erbschaftssteuer (Inheritance Tax). Zudem haben wir in all diesen Ländern ein etabliertes Netzwerk von Kooperationskanzleien mit hoher Kompetenz im internationalen Erbrecht und Erbschaftsteuerrecht, allen voran unsere Londoner Partnerkanzlei Lyndales Solicitors im schönen Stadtteil Bloomsbury zwischen Euston Station und Russell Square.

Andernorts empfehlen wir bewährte lokale Erbrechtsprofis

Da viele Deutsche auch Vermögen in Österreich, Italien und Spanien besitzen, das im Todesfall verwaltet und auf die Erben übertragen werden muss, haben wir auch in diesen Ländern qualifizierte Partnerkanzleien, die das internationale Erbrecht beherrschen und deren Anwälte neben ihrer Muttersprache auch deutsch bzw. englisch sprechen. In deutsch-spanischen Erbfällen steht unsere Anwältin Magdalena Gegenfurtner als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Für Erbfälle mit Bezug zu Italien kooperieren wir häufig mit den italienischen Anwälten der internationalen Kanzlei DViuris Law Firm, die Büros in Rom und Cassino (Italien) und Dependancen in London (UK) und Ontario (Kanada) unterhält.

Wer sich also mit der Abwicklung einer komplizierten internationalen Nachlassangelegenheit konfrontiert sieht, muss nicht verzweifeln. Unsere 2003 gegründete Kanzlei für internationales Erbrecht hat hiermit lange Jahre praktische Erfahrung und unterstützt die Erben, Testamentsvollstrecker oder Nachlassverwalter gerne. Wir prüfen und strukturieren den Erbfall und dessen steuerlichen Auswirkungen, organisieren die in den jeweiligen Ländern nötigen Maßnahmen, nehmen – wenn Sie dies wünsche – Kontakt zu den Erbrechtsexperten im Ausland auf und koordinieren die Nachlassabwicklung, so dass Doppelarbeit vermieden wird, die linke Hand weiß, was die rechte tut und alle Fäden wieder bei Ihnen zusammenlaufen.

Weitere allgemeine Informationen zu Erbrecht, Nachlassabwicklung und Erbschaftsteuer in Deutschland, UK, USA ud anderen Ländern finden Sie hier:

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Ihr Ansprechpartner in Deutschland ist Bernhard Schmeilzl, Rechtsanwalt & Master of Laws (Leicester, England), Telefon +49 (0) 941 – 463 7070.

So so, Sie beherrschen also Legal English. Really?

Briten und Amerikaner kennen das Bonmot: “England and America are two countries separated by the same language”. Oder, etwas abgewandelt, das Zitat aus Oscar Wilde’s Erzählung Das Gespenst von Canterville: ‘We [the English] have really everything in common with America nowadays except, of course, language’.

Das gilt schon in der Alltagssprache (auf der Insel ist ein “fag” eine Zigarettenkippe, in USA ist es – freundlich umschrieben – ein homosexueller Mann), was in einschlägigen Büchern amüsant dargestellt ist, zum Beispiel:A to zed, a to zee : a guide to the differences between British and American English” oder “Divided by a Common Language: A Guide to British and American English”.

Besonders eklatant und gefährlich sind die Unterschiede in der Rechtssprache. Nirgendwo gibt es so viele “false friends”, also auf den ersten Blick identische Begriffe, die jedoch im englischen Rechtssystem etwas völlig anderes bedeuten als in der US-amerikanischen Rechtssprache. Sowohl im materiellen Recht als auch in den jeweiligen Prozessordnungen sind das britische und das US-amerikanische Rechtssystem sehr unterschiedlich. Gerichte und Rechtsmittel heißen anders und auch die anwaltlichen Akteure könnten in Rolle und Auftritt unterschiedlicher kaum sein. Während die US Attorneys-at-Law (wie die deutschen Rechtsanwälte) sowohl außerprozessual als auch prozessual auftreten, gibt es in UK nach wie vor die Trennung in Solicitors und Barristers (Prozessanwälte).

Aber das ist keine Spezialität der englischen Sprache. Wer als deutscher Anwalt ab und an mit österreichischen Anwaltskollegen oder Gerichten zu tun hat, weiß was ich meine: Jenseits der deutschen Grenze heißt das Nachlassgericht plötzlich Verlassenschaftsgericht und der Erbschein heißt Einantwortungsurkunde, keine sich unbedingt selbst erschließenden Begriffe, selbst für deutsche Muttersprachler.

Wer sich also damit rühmt, er sei fit in “Legal English”, sollte vorsichtig sein. Meint er oder sie die britische Rechtsprache oder die US-amerikanische Terminologie? Oder hat der “Legal English Experte” nur eine fachbezogene Fremdsprachenausbildung an der Uni absolviert, die einen Mischmasch aus englischen Rechtsbegriffen der unterschiedlichsten Jurisdiktionen vermittelt, was einem in der Praxis aber wenig nutzt?

Nun, wer es noch immer nicht glaubt, dass wahr Welten zwischen britischer und amerikanischer Rechtssprache liegen, der möge einmal die Legal Glossaries vergleichen, die etwa die offizielle Website der New York Courts einerseits und die English Law Society bzw. GOV.uk für englische Zivilprozessbegriffe andererseits online zur Verfügung stellen. Von Schottland, Irland und Ausralien ganz zu schweigen.

So, wer kann nun – etwa am banalen und alltäglichen Beispiel Erbrecht – trennscharf die Unterschiede zwischen einem deutschen Erben, einem englischen Beneficiary und einem US-amerikanischen Distributee erklären? 🙂

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Der Verstorbene hatte Bankkonten oder Aktien in USA: Eigener US-Erbschein nötig?

Es kommt vor, dass deutsche Expats oder sogar – ein Albtraum für die hinterbliebenen Eltern – junge Studenten während ihres Auslandsaufenthalts in den USA versterben. In den meisten Fällen haben diese dann kein US-amerikanisches Testament (mehr hier), weil sie ja davon ausgingen, dass der Aufenthalt in Amerika nur vorübergehend ist. Dennoch haben diese deutsch-amerikanischen Expats, College-Studenten oder Auslandspraktikanten in der Regel ein Bankkonto bei einem US-Geldinstitut.

Wie bekommen die deutschen Erben auf das Nachlassvermögen in USA Zugriff?

Der deutsche Erbschein gilt in den USA (wie auch in Großbritannien) nicht unmittelbar, auch nicht in beglaubigter Übersetzung. Man benötigt also streng genommen ein von einem US-amerikanischen Gericht ausgestelltes Nachlasszeugnis, vielleicht sogar mehrere solcher Letters of Administration in mehreren Bundesstaaten, falls der Verstorbene Konten bei mehreren regionalen US-Banken hatte. Ziemlich unerfreulich, langwierig und teuer.

In den meisten US-Bundesstaaten gibt es jedoch für einfach gelagerte Fälle eine weniger aufwendige Option: Liegt der Gesamtwert des Nachlassvermögens unter einer bestimmten Schwelle (in den meisten Bundesstaaten sind das 100.000 oder 150.000 US-Dollar) und befindet sich keine Immobilie im Nachlass, so genügt oft ein Small Estate Affidavit, damit die Bank das Guthaben freigibt, also eine eidesstattliche Versicherung, in welcher der in Deutschland lebende Erbe erklärt, dass die oben genannten Voraussetzungen einer vereinfachten Nachlassabwicklung (Small Estate) vorliegen und dass er berechtigt ist, die Gelder entgegen zu nehmen.

Die Formulare für solche Affidavits kann man für die meisten US-Bundesstaaten online abrufen, für Californien zum Beispiel hier. Auch die Websites der großen Banken erklären das Thema oft einigermaßen verständlich, als Beispiel die Infoseite der Estate Unit der Bank of America (hier).

Ganz banal ist das Prozedere dennoch nicht, denn die eidesstattliche Versicherung muss vor einer zur Entgegennahme berechtigten Person erfolgen, natürlich auf englisch (nicht alle deutschen Notare sind dazu bereit bzw. sprachlich in der Lage), es müssen zahlreiche beglaubigte Dokumente übersetzt, erklärt und dann per Kurier verschickt werden. Ferner sind manche Formulare von Gerichten und Banken kompliziert. Nicht selten gehen Informationen “lost in translation”.

Verwirrend ist übrigens auch, dass die juristische Fachterminologie für Erbrecht und Nachlassabwicklung in den USA sich von den in England verwendeten Begriffen unterscheidet. Deshalb reden deutsche und anglo-amerikanische Erbrechtler manchmal aneinander vorbei. Zum Beispiel meinen britische Erbrechtsanwälte mit “Probate” das Nachlasszeugnis (also den Grant of Probate oder den Letter of Administration). “To go through probate” bedeutet in UK also den Vorgang, einen “Erbschein” zu beantragen und zu erhalten. In USA verwendet man als Überbegriff für alle Nachlasszeugnisse aber oft “Letter Testamentary”. Sagt ein US Lawyer “Probate”, dann meint er damit den Vorgang der Nachlassabwicklung, also das Bezahlen der Erbmasseschulden und die anschließende Verteilung des Restnachlasses an die Berechtigten. In England wiederum heißt dieser Vorgang “Estate Administration”. Solche begrifflichen Mißverständnisse führen oft zu Verzögerungen, insbesondere wenn Originaldokumente von und nach USA verschickt werden müssen.

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graf_legal_schmeizlDie 2003 gegründete Kanzlei Graf & Partner ist mit ihrer englischspachigen Prozessabteilung (GP Chambers) auf grenzüberschreitende Rechtsfälle spezialisiert, insbesondere auf deutsch-britische und deutsch-amerikanische Wirtschaftsstreitigkeiten, Scheidungen und internationale Erbfälle. Falls Sie bei einer anglo-amerikanischen Rechtsangelegenheit Unterstützung benötigen, stehen Ihnen die Anwälte der Kanzlei Graf & Partner mit ihrem internationalen Netzwerk gerne zur Verfügung. In den meisten großen US-Bundesstaaten verfügen wir über gute persönliche Kontakte zu Attorneys-at-Law in mittelgroßen Kanzleien. Ihr Ansprechpartner in Deutschland ist Bernhard Schmeilzl, Rechtsanwalt & Master of Laws (Leicester, England), Telefon +49 (0) 941 – 463 7070.

Weitere allgemeine Informationen zu Erbrecht, Nachlassabwicklung und Erbschaftsteuer in Deutschland, UK und USA siehe:

Das Bullshit-Zertifikat der Woche (Erbfall-Betrugsmasche)

Sind Sie sicher, dass in Ihrer entfernten Verwandtschaft nicht doch der ein oder andere Multimillionär lebt, den Sie zwar nie persönlich getroffen haben, der Sie aber aus der Entfernung doch so sehr ins Herz geschlossen hatte, dass er Ihnen nun sein ganzes Vermögen vererbt hat? Dieser Fall kommt erstaunlich häufig vor. Zumindest wenn man die vielen eMails angeblicher Banken, Anwaltskanzleien oder Behörden für bare Münze nimmt, die tausende deutsche “Erben” täglich in ihren Posteingangsfächern vorfinden.

Scherz beiseite: Es handelt sich dabei natürlich um Betrugsversuche, auf die der Empfänger unter keinen Umständen reagieren sollte. Leider glauben aber doch erstaunlich viele Menschen zumindest am Anfang diese kriminellen Märchengeschichten vom entfernten Verwandten im Ausland. Da unsere Kanzlei auf internationale Erbfälle spezialisiert ist, erhalten wir täglich (ja, wirklich täglich!) Anfragen von Mandanten, die entweder bereits auf solche Betrüger hereingefallen sind oder die sich versichern wollen, ob das mit der angeblichen Erbschaft alles so seine Richtigkeit hat.

Bullshit-ZertifikatIn den unten aufgeführten Beiträgen geben wir Tipps und veröffentlichen Checklisten, wie man echte Anwaltsbriefe und Behördenschreiben von gefälschten Betrügerschreiben unterscheiden kann. Prinzipiell gilt, je bunter, desto wahrscheinlicher is das Dokument gefälscht. Wie man das auch von deutschen Behördenschreiben kennt, sind diese meist simpel und schwarz-weiß, oft sogar auf Umweltschutzpapier. Wenn ein Schreiben also vor Siegeln, Stempeln und Grafiken nur so strotzt, dann ist es meistens frei erfunden und mit Photo Shop kreiert. Hier das aktuelle Beispiel eines Phantasie-Zertifikats, in dem das “International Narcotics Control Board” ein “Drug Law & Anti-Terrorist Certificate” ausstellt. Wäre ja ganz lustig, wenn nicht immer wieder Mandanten darauf hereinfallen würden und dafür mehrere tausend Euro bezahlen, weil man ihnen vorgaukelt, dass dann sofort die Erbschaft frei gegeben würde. Ein weiteres Indiz für Betrug ist, wenn auf dem Dokument einige Teile gestochen scharf sind (zum Beispiel die Namen), andere Teile verwaschen und unscharf. Dann hat jemand einen echten Ausweis gescannt (der ist dann nicht ganz scharf) und mit Photo Shop oder einam anderen Bearbeitungssoftware andere Informationen ergänzt.

Das Perfide an den Betrügern: Sie erwecken oft den Eindruck, als stamme das eMail von einer Kanzlei oder eine Bank bzw. Behörde, die es tatsächlich gibt, ändern aber die eMail leicht ab (zum Beispiel “@barclays-bank.com statt der echten @barclays.com), so dass man in Wirklichkeit nur mit den Kriminellen korrespondiert. Als Kontakt-Telefonnummer wird dann, wenn überhaupt, nur eine Mobilnummer angegeben, bei der es sich meist um einen sog. “Burner” handelt, also ein Prepaid-Wegwerfhandy im Ausland. So gibt es im obigen Beispiel das “INCB” tatsächlich (https://www.incb.org/incb/en/about.html). Es handelt sich dabei aber um eine rein politische Organisation, die keine unmittelbare Drogen-Überwachung durchführt und daher auch keine Zertifikate ausstellt.

gefälschter BankausweisNochmals: Es gibt keine solchen “Geldwäsche-Zertifikate”, für die man bezahlen müsste. Bankmitarbeiter schicken auch keine Fotos oder Scans ihrer angeblichen Mitarbeiterausweise, siehe zum Beispiel die ebenfalls offensichtlich am PC zusammengestopselte “Staff Identity Card” des Dr. Shahbazi, wobei die bayerischen Leser dieses Beitrags beim Namen “Bazi” durchaus schmunzeln dürften.

Deshalb bei solchen Mails auf keinen Fall reagieren oder gar seine Kontoverbindung mitteilen. Meist wollen solche Betrüger “nur” Überweisungen und erfinden immer neue Gründe, warum jetzt doch noch ein wirklich letzter Betrag gezahlt werden muss, bevor die Freigabe erfolgt. Manchmal ist es aber noch gefährlicher: In einigen Fällen haben solche Betrüger sogar schon Termine für ein persönliches Treffen mit den vermeintlichen Erben vereinbart (zum Beispiel vor einer Bank in London oder bei einem angeblichen Rechtsanwalt in dessen Kanzlei). Bei diesen Treffen wurde der Mandant dann körperlich bedroht, erpresst und genötigt, mit seiner EC-Karte Geld am Automaten abzuheben.

Weitere Informationen zum Thema Betrugsmasche angeblicher Erbfall im Ausland:

Weitere allgemeine Informationen zu Erbrecht, Nachlassabwicklung und Erbschaftsteuer in Deutschland, UK und anderen Commonwealth Ländern:

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gp_anz_mav_very_british_new_phoneDie 2003 gegründete Kanzlei Graf & Partner ist mit ihrer Abteilung für britisch-deutsche Prozessführung (GP Chambers) auf grenzüberschreitende Rechtsfälle spezialisiert, insbesondere auf deutsch-britische sowie deutsch-amerikanische Wirtschaftsstreitigkeiten, Scheidungen und Erbfälle. Falls Sie bei einer britisch-deutschen Rechtsangelegenheit Unterstützung benötigen, stehen Ihnen die deutschen Anwälte und Solicitors der Kanzlei Graf & Partner sowie die englischen Solicitors der Kanzlei Lyndales gerne zur Verfügung. Ihr Ansprechpartner in Deutschland ist Bernhard Schmeilzl, Rechtsanwalt & Master of Laws (Leicester, England), Telefon +49 (0) 941 – 463 7070.

Rechtsanwalt, Immobilienmakler und Finanzberater in einem. Kein Problem?

Eine Nebentätigkeit als Immobilien- oder Finanzmakler erlaubt in Deutschland bekanntlich das anwaltliche Berufsrecht nicht. Konkret regelt § 14 Abs. 2 Nr.8 Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO):

Die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft ist zu widerrufen,(…) 8. wenn der Rechtsanwalt eine Tätigkeit ausübt, die mit seinem Beruf, insbesondere seiner Stellung als unabhängiges Organ der Rechtspflege nicht vereinbar ist oder das Vertrauen in seine Unabhängigkeit gefährden kann; dies gilt nicht, wenn der Widerruf für ihn eine unzumutbare Härte bedeuten würde;

Anwaltskammern und Anwaltsgerichtshof betrachten eine Maklertätigkeit als unvereinbar mit dem Anwaltsberuf, weil das Provisionsinteresse (Courtageinteresse) die anwaltliche unabhängigkeit gefährdet. Zumindest wenn die Maklertätigkeit auf Dauer angelegt ist, vom Anwalt also ständig ausgeübt wird; als Gelegenheitsmakler darf sich ein Rechtsanwalt betätigen (BGH, Urteil v. 31.10.1991, IX ZR 303/90, NJW 1992, 681).

Andere Länder, anderes Anwaltsberufsrecht

gp_anz_mav_very_british_new_phoneSo das Berufsbild eines Rechtsanwalts in Deutschland. Zwingend ist diese Sichtweise aber ganz und gar nicht. Andere Rechtsordnungen kommen genau zum gegenteiligen Schluss: In Schottland ist fast jede Anwaltskanzlei (Solicitor Firm) gleichzeitig auch ein Immobilienmaklerbüro (Real Estate Agent) und zwar nicht nur kleine Law Firms (Beispiel hier), sondern auch die Big Player wie etwa Blackadders, die mit dem Slogan “Solicitors, Property & Wealth Management Scotland” werben. Auf der Kanzleiwebsite findet man somit nicht nur den Anwalt seines Vertrauens, sondern kann auch nach seiner Traumimmobilie suchen. Für einen Deutschen auf den ersten Blick etwas befremdlich, aber die Überlegung in Schottland ist offenbar genau entgegengesetzt.zur deutschen Sichtweise: Gerade weil es sich beim Immobilienkauf um eine bedeutsame und risikoträchtige Transaktion handelt, soll das nicht “irgendein Makler” machen, sondern ein vertrauenswürdiger Solicitor, der auch der Überwachung durch die Anwaltskammer (Solicitor Regulation Authority) unterliegt.

Einen Mittelweg gegen die meisten Law Firms in England. Zwar ist auch dort eine gemischte Anwalts- und Makler-Praxis prinzipiell erlaubt (siehe zum Beispiel hier). Dennoch findet man diese in England & Wales viel seltener als in Schottland. Englische Solicitor Firms trennen Anwaltstätigkeit und Immobilienvermittlung meist, d.h. viele englische Solicitor Firms gründen ähnlich lautende Schwesterfirmen, die als Maklerbüro arbeiten, zum Teil in den selben Büroräumen wie die Anwaltskanzlei.

In den USA ist kompliziert, da die Bundesstaaten ihre eigenen anwaltlichen Berufsregeln haben. Tendenziell sehen die US-amerikanischen Anwaltskammern die Tätigkeit eines Attorney at Law als Immobilienmakler ähnlich skeptisch wie die deutschen Anwaltskammern. Hier einige Hintergrundinfos zum diesbezüglichen Anwaltsberufsrecht im Bundesstaat New York.

Weitere Informationen zum Immobilienerwerb in England, Schottland und den USA finden Sie in den Beiträgen:

Immobilienkauf in England: Tipps für die Praxis

Wer schon hat, dem wird gegeben (Was ist Joint Tenancy?)

Strandhaus in Malibu?

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Die 2003 gegründete Kanzlei Graf & Partner ist mit ihrer englischspachigen Prozessabteilung (GP Chambers) auf grenzüberschreitende Rechtsfälle spezialisiert, insbesondere auf deutsch-britische und deutsch-amerikanische Wirtschaftsstreitigkeiten, Scheidungen und internationale Erbfälle. Falls Sie bei einer anglo-amerikanischen Rechtsangelegenheit Unterstützung benötigen, stehen Ihnen die Anwälte der Kanzlei Graf & Partner mit ihrem internationalen Netzwerk gerne zur Verfügung. In den meisten großen US-Bundesstaaten verfügen wir über gute persönliche Kontakte zu Attorneys-at-Law in mittelgroßen Kanzleien. Ihr Ansprechpartner in Deutschland ist Bernhard Schmeilzl, Rechtsanwalt & Master of Laws (Leicester, England), Telefon +49 (0) 941 – 463 7070.

 

Anrechnung im Ausland gezahlter Erbschaftsteuer?

Wie sieht eine Erbschaftssteuer-Zahlungsbestätigung des ausländischen Finanzamts aus? (§ 21 ErbStG)

Besaß der deutsche Verstorbene Vermögen im Ausland (zum Beispiel eine Ferienwohnung in USA, Spanien, England oder Frankreich), dann ist es gut möglich, dass dort Erbschaftssteuer anfällt. War der verstorbene Erblasser aber wohnhaft in Deutschland, so unterfällt sein gesamter, weltweiter Nachlass der deutschen Erbschaftssteuer. Muss auf dasselbe Investment (z.B. Immobilie, Bankkonto, Aktiendepot) also doppelt Erbschaftssteuer gezahlt werden? In manchen Fällen ist das leider tatsächlich denkbar, denn nicht mit allen Ländern hat Deutschland ein Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen. So besteht zum Beispiel kein DBA für Erbschaftssteuer zwischen Deutschland und dem Vereinigten Königreich (England, Wales, Schottland und Nordirland). Doch auch in diesen Konstellationen werden die meisten (nicht alle) steuerlichen Härtefälle durch die Anrechnungsklausel des § 21 Erbschaftsteuer- und Schenkungsgesetzes abgemildert. Im Ausland für ausländische Investments tatsächlich gezahlte Erbschaftssteuer kann vom deutschen Erben anteilig von der deutschen Erbschaftssteuer abgezogen werden.

Bestätigung HMRC 1Doch wie beweist man dem deutschen Finanzamt, dass und wie viel Erbschaftssteuer im Ausland tatsächlich gezahlt wurde?  Am Beispiel England sieht eine solche Bestätigung so aus: Bestätigung HMRC 2

Probleme kann es bei der Anrechnung gegenüber dem deutschen Finanzamt, trotz Vorlage einer solchen Zahlungsquittung, dennoch geben, weil sich aus der Bestätigung des ausländischen Finanzamts nicht direkt ergibt, welcher Prozentsatz dieser gezahlten Steuer auf welchen von mehreren Erben entfällt. Gibt es also mehrere Miterben und vielleicht auch noch Vermächtnisnehmer, so muss dem deutschen Finanzamt mühsam erklärt werden, welcher Anteil der im Ausland gezahlten Erbschaftssteuer auf den (die) deutschen Erben entfällt, wie viel Prozent der ausländischen Erbschaftssteuer er also bei seiner persönlichen deutschen Erbschaftssteuerschuld abziehen darf. Dies muss der deutsche Steuerpflichtige durch ausführliche erläuternde Schreiben an das deutsche Finanzamt selbst leisten, inklusive beglaubigte Kopien und Übersetzung der ausländischen Unterlagen, Testamente und Erbscheine. Und, ganz wichtig: Die Anrechnung der im Ausland gezahlten Erbschaftssteuer erfolgt nicht automatisch, sondern nur auf Antrag des deutschen Steuerzahlers. Der Abzug muss also ausdrücklich beantragt werden. Sonst zahlt man doppelt Ernschaftssteuer.

Weitere Informationen zu Erbrecht, Nachlassabwicklung und Erbschaftsteuer in Deutschland und England siehe:

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Solicitor_EJ_MunichDie 2003 gegründete Kanzlei Graf & Partner ist mit ihrer Abteilung für britisch-deutsche Prozessführung (GP Chambers) auf grenzüberschreitende Rechtsfälle spezialisiert, insbesondere auf deutsch-britische Wirtschaftsstreitigkeiten, Scheidungen und Erbfälle. Falls Sie bei einer britisch-deutschen Rechtsangelegenheit Unterstützung benötigen, stehen Ihnen die deutschen Anwälte und Solicitors der Kanzlei Graf & Partner sowie die englischen Solicitors der Kanzlei Lyndales gerne zur Verfügung. Ihr Ansprechpartner in Deutschland ist Bernhard Schmeilzl, Rechtsanwalt & Master of Laws (Leicester, England), Telefon +49 (0) 941 – 463 7070.